Neue Tellergeschichten

Angefangen hatte es mit Büne Huber. Seinem Schaffen und seiner Liebe zur italienischen Küche war im Spätherbst 2017 das erste Marzer-Menu gewidmet. Da, wo seit je her Beizengeschichte geschrieben wird, sollten sich die Geschichten unter der neuen KG Gastro Kultur-Federführung fortan bis auf den Teller und ins Glas ziehen. Also wurden zur Premiere Niemer im Nüt, Vitello Tonnato Scappato, Ludmilla, Schlachtplatte mit Gmües und Flickzeug und Fuck Weight Watchers aufgetragen – allesamt ebenso vorzüglich wie grandios interpretiert –, passende Tropfen kredenzt und dem Ganzen jede Menge Anekdoten aus Büne Hubers musikalischem und kulinarischem Leben beigemischt.


Es war ein Fest für alle Sinne und gleichzeitig Kostprobe für viele weitere mustergültig zusammengestellte Mehrgänger. Von Meret Oppenheim bis Greis waren alle dabei und auch Aare, Piemont und das Surreale wurden mit eigenen Menus bedacht.

Eine Reise, die, sobald auswärts Znachten wieder in gewohnterem Rahmen möglich ist, weitergehen soll. Statt häufig wechselnde gibt es künftig vier saisonale Menu-Inspirationen, die das Marzer-Team in verschiedene Unterthemen aufbricht. Für den Frühling wäre «Feld, Wald, Wiese» angedacht gewesen, der Sommer soll der «Strassenkunst» gehören und von Streetfood bis Strassenmusik alles auf den Tisch bringen (Musik spielt also auch weiterhin eine Rolle), im Herbst dann sind die «7 Todsünden» an der Reihe, bevor sich der Kreis mit «anno dazu mal» schliesst und pünktlich zur kalten Jahreszeit alte Rezepte neu interpretiert werden.


Damit wird der Fokus auf saisonale und regionale Zutaten noch einmal gestärkt und Küche und Service gleichermassen mehr Spielraum geschenkt. Zuvor waren Saisonübergänge zuweilen nur mit Kompromissen zu handhaben.

Nun ist die Küche diesbezüglich viel beweglicher, was auch der Zusammenarbeit mit dem Gmüesgarte entgegen kommt. Das Schwester-Projekt der Äss-Bar nimmt sich dem Kampf gegen Lebensmittelverschwendung direkt an der Quelle an und kauft den Partnerlandwirt*innen ab, was ihnen an nicht normiertem Obst und Gemüse übrig bleibt.


In der Karte zeigt sich die neue Struktur mit Einlegeblättern, die der aktuellen Menu-Inspiration in Wort und Schrift nachspüren, auf dass ganz nach Gusto und Tageslaune ins jeweilige Thema eingetaucht werden kann.  So dürfen sich die Gäste an der Berner Brückenstrasse weiterhin auf fulminante Küche in unkompliziertem Rahmen freuen und auf ausgedehntes Dinieren ebenso vorbei kommen wie auf ein spontanes Glas Wein mit kleiner Gaumenfreude.

Dazu eingeladen, sich ganz und gar dem Feinen und Schönen hinzugeben, sind sie in jedem Fall. Wer hier zu Tisch sitzt, wähnt sich alsbald in den Ferien oder zumindest weit weg vom Alltag.


Aufmerksam, aber nie aufdringlich umsorgt von Luisa Fasnacht und ihrem Team, herrlichst bekocht von Pailin Läuchli und ihrer Crew, in genau richtigem Mass eingelullt von den famosen Weinerlei-Tropfen (falls den Reben zugetan, ansonsten ist auch die jugendfreie Getränkebegleitung eine Offenbarung) und immer mit dem wohligen Gefühl in Bauch und Herz, eigentlich zu Gast bei Freund*innen zu sein.


Eine Nonchalance übrigens, der diesen Sommer auch im verwunschenen Innenhof des Restaurants gehuldigt werden kann. Diesen will das Marzer-Team bei trockenem Wetter jeweils bis 22 Uhr für spanisch-französisch inspirierte Apérostunden öffnen. Bon app et santé!    

Hier gibt's spannende Geschichten auf den Tellern: Restaurant Marzer
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